Historiker und Filmliebhaber sind sich einig: wo gibt’s heute noch charismatische Abenteurer vom Schlage eines T.E. Lawrence, dessen Enthusiasmus und Eifer Völker einigen konnte und dabei nicht zurückschreckte, Züge zum Entgleisen zu bringen…? Zu Lebzeiten können Abenteurer aber nicht mit unserer Sympathie rechnen. Und recht so, Abenteuer ist ja auch etwas Mythisches und nicht für den Alltag geeignet.
Aber als ich unverhofft auf eine Reise mit der Hedjaz Railway stiess, sah ich T.E. Lawrence vor mir, seinen feurigen Blick auf das fauchende schwarze Ungetüm gerichtet, das aus weiter Wüste heranwalzte. Und nichts hielt mich davon ab, einige Wochen später in eben dieser Wüste zu landen. Zum Wandeln kam man allerdings wenig, denn Rollen war angesagt. Schnell genug alleweil um bei offenem Fenster so richtig Staub und Russ geniessen zu können…
Das Abenteuer begann am Bahnhof von Amman: das Tor war zu, doch schon die Inschrift Hedjaz Jordan Railway liess unser Herz höher schlagen. Geöffnet wurde für die 26 Nostalgiker, die im gecharterten GmP durch die Wüste dampfen wollten.
Die Jung 51 stand bereits unter Dampf
Bereits im Bahnhofareal gab es Interessantes zu erkunden, so ein Polizeiwaggon ausgestattet mit den Symbolen des Haschemitischen Königreiches.
Des Chef's letzter Kontrollblick
Verfolgt von Sperberaugen fuhren wir um das Zentrum von Amman.
Es gab viel zu sehen: hier zwischen Vorstadt und Friedhof.
In den Vororten geht die Strecke über eine vielfotografierte Brücke bevor sie mit einem U auf die gegenüberliegende Talseite kehrt, wo wir dem Zug auflauern...
Erster Wasserstopp: Vom Stolz Vater zu sein...
Zweiter Wasserstopp: Der Zahn der Zeit nagt auch an den Wasserschläuchen.
Ein Dampfross mitten in der Wüste, ist dies nicht reine Magie? Dies habe ich geahnt und erhofft: versteckt im Sand durfte ich T.E. Lawrence erleben...